VERTRAUEN IN SICH SELBST
Weiterzumachen, bis jener Moment kommt, den Ida besonders liebt: der Augenblick kurz vor der blauen Stunde. „Wenn es langsam heller wird und die Natur erwacht, dann weiß ich: Ich habe schon viel geschafft.“ Es ist ein stiller Übergang – von der Nacht in den Tag, von Erschöpfung zu Zuversicht. Aus dieser Erfahrung ist für Ida etwas Grundsätzliches geworden. Was einst eine zeitliche Einschränkung war, empfindet sie heute als eine Form von Freiheit. Sie trainiert unter Bedingungen, die nicht perfekt sind – und genau darin liegt der Gewinn. „Jedes harte Training macht mich stärker“, sagt sie. Nicht nur für die Rennen, sondern für Situationen, in denen Flexibilität und Anpassung gefragt sind.
Denn, wer in der Dunkelheit sicher und schnell laufen kann, ist auf vieles vorbereitet. Es braucht ein geschärftes Körpergefühl, Balance, Trittsicherheit. Dann gibt der Herzschlag den Takt vor, der Lichtkegel schafft Orientierung. Es entsteht Vertrauen, vor allem in sich selbst. Und dieses Vertrauen endet nicht auf dem Trail.
„Ich habe gelernt, Dinge anzugehen, die mir zunächst Angst machen, und nicht auf ideale Bedingungen zu warten“, sagt Ida. „Sonst verpasst man Chancen, von denen man gar nicht weiß, wie gut sie einem tun können.“ Die Dunkelheit auf den Trails ist geblieben, doch sie hat ihren Schrecken verloren. Aus Unsicherheit wurden Stärke und die Gewissheit, dass man nicht darauf warten muss, bis die Welt hell wird, sondern selbst entscheiden kann, wie man ihr begegnet.